St. Vinzenz Klinik Pfronten

Fehler im Kabelsalat

Vortrag zum Thema Erkrankungen des Gehirns

Montag, 29. Oktober 2018

Vortrag Gehirn 2018

Wenn Angehörige sich durch Erkrankungen des Gehirns verändern – mit diesem Thema befassten sich vor vielen interessierten Besuchern im Pfarrheim Dr. Kerstin Bräuer und Stefanie Scheuchl im Rahmen der Vortragsreihe der St. Vinzenz Klinik Pfronten.

Die Fachärztin für Neurologie und Geriaterin, Dr. Bräuer gab den Zuhörern zunächst einen kurzen Einblick in die Funktionsweise unseres Gehirns und verglich die zahlreichen Nervenbahnen im Kopf mit Kabeln. Kommt es zu Fehlern in diesem „Kabelsalat“, also zur Reduktion oder zur Schädigung der Nerven, werden Bereiche im Gehirn nicht mehr richtig mit Informationen versorgt und können in der Folge auch nicht mehr richtig arbeiten. Als zweite Funktionsstörung kann es zu einer Verlangsamung und Störung des Stoffwechsels kommen. Durch die Gabe von Medikamenten kann hier vielen Patienten geholfen werden. Hierzu ist es entscheidend, dass die Ursachen bekannt sind.

Das Team der Akutgeriatrie (Station für Altersmedizin) bzw. der geriatrischen Rehabilitation in der St. Vinzenz Klinik, dem auch Dr. Bräuer und Frau Scheuchl angehören, bietet sehr gute Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie. Ein großer Vorteil liegt darin, dass hier Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen Hand in Hand arbeiten. Je mehr Informationen zu den Patienten vorliegen, desto besser kann die richtige Diagnose gestellt werden und die Behandlung erfolgen. Auch die Einbindung der Angehörigen ist ein wichtiger Baustein.

Die Diplompsychologin, Stephanie Scheuchl machte deutlich, dass die Beeinträchtigungen für den Patienten abhängig davon sind, welcher Teil des Gehirns betroffen ist. Störungen des Frontalhirnes und des limbischen Systems führen zu Verhaltensauffälligkeiten. Hierunter fallen beispielsweise der verminderte Eigenantrieb und der damit verbundene soziale Rückzug oder auch die Enthemmung der Betroffenen. Für die Angehörigen sind diese Veränderungen mitunter sehr schwer zu verstehen und belasten das gesamte Umfeld. Tipps, wie Angehörige mit den Verhaltensveränderungen umgehen können und der Apell, selbst Hilfe anzunehmen und sich mit anderen auszutauschen, rundeten den Vortrag ab.

Daher passte es hervorragend, dass Annemarie Schneider von NUZ abschließend auf die Möglichkeit hinwies, dass sie eine neue Angehörigengruppe bilden möchte. Ein Infoabend für pflegende und betreuende Angehörige findet am 04.12. um 18:00 Uhr im „Saltenanne“ (Bäckerweg 5, Pfronten- Steinach) statt. Weiter Informationen finden Sie auf der Homepage von NUZ e.V..

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