St. Vinzenz Klinik Pfronten

Verletzungen im Kniegelenk

Behandlungsmöglichkeiten durch arthroskopische Eingriffe

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Spengler Schoch

Im Rahmen einer wieder sehr gut besuchten Patienteninformations-veranstaltung in der St. Vinzenz Klinik informierten Chefarzt Dr. Johannes Spengler und Oberarzt Dr. Christian Schoch über die Möglichkeiten arthroskopischer Eingriffe am Knie in Pfronten.

Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist ein Verfahren, mit dem die Gelenke untersucht und behandelt werden können. Die Methode eignet sich sowohl zur Diagnose von Gelenkschäden, als auch für operative Eingriffe. Am häufigsten wird sie am Kniegelenk durchgeführt. Aber auch an anderen Gelenken wie z.B. am Schulter- oder Hüftgelenk kann eine Arthroskopie erfolgen.

Dr. Christian Schoch ging zunächst auf die generellen Fortschritte der minimal-invasiven Therapien (Eingriffe mit kleinstmöglichen Verletzungen von Gewebe) am Knie ein. Die moderne Medizin wird immer patientenindividueller und bietet sowohl in der Diagnostik als auch in der Behandlung zahlreiche Vorteile.

Bei einem Meniskusschaden werden die Ursachen entweder konservativ und operativ behandelt. Im Falle einer Operation können die Chirurgen Teile des Meniskus entfernen (Teilresektion) oder einen Riss wieder zusammennähen. Auch bei einer Einklemmung des Meniskus können Schäden entstehen, die erhebliche Schmerzen verursachen und daher arthroskopisch operiert werden sollten.

Knorpelschäden in den Gelenkflächen entstehen häufig durch Abnutzung oder Unfälle. Sie  stellen ein großes Problem dar, da zerstörtes Knorpelgewebe nicht heilt. Je nach Größe des Schadens und des Patientenanspruch an die Belastung und Beweglichkeit gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie: der Knorpel kann beispielsweise geglättet oder angebohrt werden. Bei einer „Knorpelanbohrung“ bildet sich ein sogenannter Blutkuchen. Die darin enthaltenen Knorpelvorläuferzellen können sich anschließend zu Knorpelzellen differenzieren und körpereigenes  Knorpelersatzgewebe bilden.

Knorpel-Knochen-Transfer-Operationen oder auch eine Therapie mit Knorpelnachzüchtung (hierzu sind zwei Eingriffe erforderlich) werden in ausgewählten Fällen ebenfalls in Pfronten durchgeführt.

Auch bei einer Kniescheibenluxation (lat. luxare „verrenken“) kann eine operative Versorgung notwendig werden. Bei sportlich aktiven jungen Patienten oder einer chronischen Instabilität des Gelenkes genügt die Stabilisierung über die Muskulatur meist nicht für die hohe Gelenkbeanspruchung aus. Durch eine sogenannte Bandplastik des Halteapparates kann eine erneute Verrenkung des Gelenkes vermieden werden.

Im zweiten Teil des Vortrages zeigte Dr. Johannes Spengler die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Kreuzbandriss auf. Verletzungen des vorderen Kreuzbandes kommen wesentlich häufiger als die des hinteren Kreuzbandes vor. Sie können isoliert oder kombiniert mit anderen Verletzungen (Knochenbrüche, sonstige Knieverletzungen) auftreten. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes muss meistens operiert werden, der des hinteren nicht immer.

Die Behandlung erfolgt auch hierbei individuell. Konservative Therapien (nicht-operativ) zum  Muskelaufbau können beispielsweise bei älteren Patienten oder bei geringem Anspruch (keine schwere körperliche Arbeit, kein Sport) erfolgreich sein. Bei allen sportlich aktiven Patienten oder Menschen die schwere körperliche Arbeiten verrichten ist ein operativer Eingriff erforderlich. Durch einen Sehnenersatz (eine Naht ergibt kein  stabiles Ergebnis) kann die Stabilität im Gelenk wieder hergestellt werden.

Der Erfolg aller Techniken ist abhängig von der Operation aber vor allem auch von der konsequenten Nachbehandlung seitens des Patienten.


Die nächste Patienteninformationsveranstaltung findet am 09.11.2016 um 19:00 Uhr im Pfarrheim St. Nikolaus statt. Im Rahmen der Herzwoche 2016 wird Dr. Stefan Heetel, Facharzt für Kardiologie und Angiologie zum Thema „Herz unter Stress: Risiken erkennen, vorbeugen und behandeln“ informieren.

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