Knorpelverletzung (Oberes Sprunggelenk)

Fachgebiet: Fuß / Oberes Sprunggelenk

Schäden am Gelenkknorpel können unfallbedingt (im Rahmen von Bandverletzungen), durch Über- oder Fehlbelastung (z.B. Fußfehlstellung), bei chronischer Bandinstabilität oder aufgrund von knöchernen Durchblutungsstörungen (Osteochondrosis dissecans) entstehen.

Zur Beurteilung des Knorpelschadens dient in aller erster Linie das MRT. Das MRT hilft zusätzlich knöcherne Begleitreaktion z.B. im Rahmen der Osteochondrosis dissecans oder auch begleitende Bandverletzungen zu beurteilen.

Für die Behandlung von Knorpelschäden existieren mehrere Verfahren, welche differenziert abhängig von der Defektgröße und der knöchernen Beteiligung angewendet werden.

Knorpelglättung (Chondroplastik)
Im Falle eines Knorpelschadens Grad 2-3 (bei noch bestehender Knorpeldeckung) wird lediglich eine arthroskopische Glättung (Chondroplastik) durchgeführt, um das Lösen von instabilen Knorpelanteilen zu verhindern.

Anbohrung (Mikrofrakturierung)
Bei vollschichtigen lokalisierten Knorpelschäden wird eine Anbohrung (Mikrofrakturierung) durchgeführt. Diese bewirkt die Bildung eines Blutclots mit Stammzellen aus dem Knochenmark im Defektbereich, der sich im Verlauf in ein Ersatzknorpelgewebe umwandelt.

AMIC
Bei größeren Defekten kann eine AMIC durchgeführt werden. Dieses bedeutet eine Mikrofrakturierung in Kombination mit einer darübergelegten Biomatrix (Chondrogide, Fa. Geistlich), die den Blutclot vor Ort hält und bei der Ausbildung einer Knorpelmatrix unterstützt. Dieser Eingriff kann jedoch wie die OATS nur offen durchgeführt werden und erfordert je nach Lokalisation eine Osteotomie (knöcherne Durchtrennung) des Innen- oder Außenknöchels mit anschließender Verschraubung.

Knorpel-Knochen-Transfer (OATS)
Im Falle einer knöchernen Mitbeteiligung wird die autologe Knorpel-Knochen-Transplantation durchgeführt. Hierbei werden von einem nicht-belasteten Bereich am Kniegelenk ein oder mehrere Knorpel-Knochen-Zylinder entnommen und im Bereich des Defektes am Sprunggelenk eingebracht. Auch hierfür ist wieder die Osteotomie des Innen- oder Außenknöchels notwendig.

Unabhängig von der Art der Knorpeltherapie (ausgenommen der Chondroplastik), ist nach der Operation eine Sohlenkontaktbelastung für 6 Wochen einzuhalten. Hierdurch wird eine optimale Knorpelregeneration bzw. Einheilung gewährleistet. Sportliche Belastungen bzw. schwere körperliche berufliche Belastungen sind erst nach ca. 16 Wochen wieder möglich.

Behandelnde Ärzte

Dr. med. Johannes Spengler

Chefarzt Chirurgie
Leiter EndoProthetikZentrum (EPZ) St. Vinzenz
Arzt im MVZ Pfronten

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin, Notfallmedizin
D-Arzt

08363 / 693-403
sekretariat.chirurgie@vinzenz-klinik.de
Profil herunterladen (PDF)

Dr. med. Kai Scriba

Leitender Oberarzt Chirurgie
Hauptoperateur EPZ St. Vinzenz
Arzt im MVZ Pfronten / Füssen

Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie
Notfallmedizin

08363 / 693-403
sekretariat.chirurgie@vinzenz-klinik.de
Profil herunterladen (PDF)

Dr. med. Björn Drews

Oberarzt Chirurgie
Arzt im MVZ Pfronten / Füssen
Leiter der Kniechirurgie und Sportorthopädie

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spez. Unfallchirurgie
Sportorthopädie

08363 / 693 403
sekretariat.chirurgie@vinzenz-klinik.de
Profil herunterladen (PDF)

NAVIGATOR
Anatomie-Navigator