Umstellungsosteotomie

Fachgebiet: Knie

O- oder X-Beinfehlstellungen können entweder anlagebedingt vorliegen, durch Bandinstabilitäten auftreten oder durch einseitige Knorpelabnutzung im Laufe der Zeit zunehmen. Je ausgedehnter die Fehlstellung, umso größer ist die Belastung auf den noch vorhandenen Knorpel. Dieses führt entweder zur Ausbildung oder auch zu einer Verschlechterung eines Knorpelschadens. Patienten mit symptomatischer Achsfehlstellung berichten über einseitige belastungsabhängige Schmerzen bzw. Schmerzen nach Belastung.

Zur genauen Analyse der Deformität und Planung des operativen Vorgehens ist eine umfangreiche Bildgebung essentiell. Beim Röntgen werden neben der Kniegelenksaufnahme in 2 Ebenen auch gehaltene Aufnahmen angefertigt, um den einseitigen Knorpelverschleiß bzw. eine begleitende Bandinstabilität abschätzen zu können. In der Ganzbeinstandaufnahme zeigt sich das Ausmaß der knöchernen Deformität und die Lokalisation (Oberschenkel oder Unterschenkel) der Fehlstellung. Zusätzlich sollte immer ein MRT angefertigt werden, um möglichst exakt den vorliegenden Knorpelschaden zu beurteilen. Dieser bestimmt ebenfalls maßgeblich das weitere operative Vorgehen (siehe Knorpelverletzung).

Ziel der Umstellungsoperation ist die dauerhafte Entlastung des geschädigten Gelenkanteiles und Vermeiden bzw. Verzögern des Einbaus einer Kniegelenksprothese. In der präoperativen Planung wird zuvor nach Analyse der Fehlstellung die Lokalisation und das Ausmaß der Osteotomie exakt geplant.

Bei O-Bein Fehlstellung wird in der Regel eine Osteotomie (gezielte Durchtrennung eines Knochens) am Schienbeinkopf durchgeführt. Im Falle einer X-Beinachse kommt häufig eine Umstellungsosteotomie am kniegelenksnahen Oberschenkelknochen in Betracht. Die korrekte Beinachskorrektur wird ebenfalls intraoperativ radiologisch kontrolliert und exakt der präoperativen Planung angepasst. Die anschließende Stabilisierung der Osteotomie erfolgt mit einer stabilen Platte.

Bei großen Umstellungswinkeln wird zusätzlich ein Knochenspan vom Beckenkamm entnommen und in den Osteotomiespalt „eingebolzt“. Falls von Seiten des Knorpeldefektes erforderlich wird in gleicher Sitzung eine Arthroskopie und der entsprechende Knorpeleingriff durchgeführt.

Eine Metallentfernung wird frühestens 1 - 1,5 Jahre nach der Operation (je nach Röntgenkontrolle) durchgeführt. Diese ist im Regelfall notwendig, da die stabilen Platten „auftragen“.

In der Regel erfolgt eine stationäre Therapie von 4-5 Tagen. Eine Sohlenkontaktbelastung wird abhängig vom Knorpeleingriff 4-6 Wochen durchgeführt und nach erneuter Röntgenkontrolle erfolgt eine schrittweise Aufbelastung über weitere 4 Wochen. Im Rahmen der Physiotherapie darf in der Regel von Beginn an freifunktionell beübt werden. Ein essentieller Faktor für das postoperative Ergebnis ist die intensive Physiotherapie für mind. 3 Monate. Durch die Achskorrektur kommt es zu einer Dysbalance der Muskulatur, welche für den Hauptteil der postoperativen Beschwerden verantwortlich ist. Nur wenn diese Dysbalance adäquat behoben wird, kommt es zu einem zufriedenstellenden Ergebnis für den Patienten.

Behandelnde Ärzte

Dr. med. Johannes Spengler

Chefarzt Chirurgie
Leiter EndoProthetikZentrum (EPZ) St. Vinzenz
Arzt im MVZ Pfronten

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin, Notfallmedizin
D-Arzt

08363 / 693-403
sekretariat.chirurgie@vinzenz-klinik.de
Profil herunterladen (PDF)

Dr. med. Björn Drews

Oberarzt Chirurgie
Leiter der Kniechirurgie und Sportorthopädie
Stellv. Leiter der Zentralen Notaufnahme
Arzt im MVZ Pfronten / Füssen

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spez. Unfallchirurgie
Sportorthopädie

08363 / 693 403
sekretariat.chirurgie@vinzenz-klinik.de
Profil herunterladen (PDF)

NAVIGATOR
Anatomie-Navigator