Vorhofflimmern

Fachgebiet: Herz- / Kreislauf

Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung mit über 1,8 Mio. Betroffenen in Deutschland (in Europa ca. 15 Mio.).

Die Herzschläge folgen chaotisch aufeinander - das Herz ist völlig aus dem Takt. Das Herz rast mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute, selten auch noch schneller.

Vorhofflimmern verursacht über 35.000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland und ist somit eine der wichtigsten Ursachen hierfür.

Das Risiko für diese Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter - aber auch jüngere Menschen können betroffen sein:

  • bei Menschen unter 50 Jahren < 1%
  • bei Menschen über 60 Jahren 4-6 %
  • bei Menschen über 80 Jahren 9-16 %

Was geschieht im Herzen bei Vorhofflimmern?

Ursache für Vorhofflimmern ist eine gestörte Reizbildung und -leitung in Lungenvenen und Herzvorhöfen

  • Vorhöfe schlagen so schnell (Vorhoffrequenz bis zu 400 Schläge/Minute), dass sie an der Pumparbeit des Herzens nicht mehr teilnehmen können
  • der AV-Knoten (Atrioventrikularknoten - sekundäre Schrittmacher des Herzens und die einzige leitende Verbindung zwischen Vorhof und Kammer) filtert die Impulse, so dass eine ungeordnete chaotische Herzschlagfolge mit bis zu 160 Schlägen/Minute oder mehr entsteht
  • die chaotische Herzschlagfolge kann aber auch mit einer normalen Herzfrequenz einhergehen

Formen des Vorhofflimmerns:

  • Paroxysmales (anfallsweises) Vorhofflimmern: verschwindet von selbst innerhalb von Stunden bis Tagen
  • Persistierendes (anhaltendes) Vorhofflimmern: Herz springt nicht mehr von selbst zurück in den normalen Rhythmus. Dieser kann aber durch Medikamente oder einen Elektroschock (Kardioversion) wieder hergestellt werden.
  • Permanentes (dauerhaftes) Vorhofflimmern: eine Wiederherstellung des normalen Sinusrhythmus ist nicht möglich

Häufigsten Ursachen (Grunderkrankungen):

  • Bluthochdruck (70%)
  • Übergewicht
  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzklappenerkrankungen
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • COPD
  • obstruktives Schlafapnoesyndrom
  • chronische Nierenerkrankungen

Häufigste Beschwerden:

  • Herzstolpern und "Herzschlag bis zum Hals"
  • Herzrasen
  • Druckgefühl im Brustkorb
  • Angst
  • Luftnot
  • Schweißausbrüche
  • Schwindelgefühl
  • kurze Bewusstlosigkeit
  • Schlaganfall

Bei einem Vorhofflimmeranfall können diese Beschwerden ausgeprägt aufträten und es sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.


Quelle der Informationen: Deutschen Herzstiftung (www.herzstiftung.de)

Behandelnder Arzt

Dr. med. Stefan Heetel

Oberarzt Innere Medizin
Arzt im MVZ Pfronten / Füssen

Facharzt für Innere Medizin
Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin

Telefon Pfronten: 08363 / 693 407
Telefon Füssen: 08362 / 300 380
sekretariat.inneremedizin@vinzenz-klinik.de
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