Unsere Organe im Bauch sind gut geschützt durch die Bauchwand. Diese erhält ihre Stabilität durch unterschiedliche Strukturen wie Muskeln und Faszien und ist an vielen Vorgängen wie z.B. Atmung und Stuhlgang beteiligt. Unter der Bauchwand liegt das Bauchfell, das die innenliegenden Organe umhüllt. Durch unterschiedliche Ursachen kann es sein, dass die Bauchwand Schwachstellen aufweist. Wenn es dann zu einem Druckanstieg im Bauchraum kommt (z.B. beim Stuhlgang), kann das Bauchfell und mitunter auch Organe (wie z.B. Teile des Darms) durch diese Lücke nach außen gepresst werden. Ein sogenannter Bruchsack entsteht. Dieser ist von außen als Vorwölbung meist gut sichtbar.

Diese  Hernien, die umgangssprachlich auch „Brüche“ genannt werden, können an den unterschiedlichsten Stellen an der Bauchwand auftreten.
In der St. Vinzenz Klinik versorgen wir u.a.:

  • Leistenbruch
  • Nabelbruch
  • Narbenbruch
  • Schenkelbruch

Diagnose

Bestätigt der Tastbefund bei der Untersuchung den Verdacht einer Hernie, wird mit dem Ultraschallgerät die Diagnose gesichert.

Therapie

Bei Hernien besteht die große Gefahr, dass Organe, die durch die Bruchlücke aus der Bauchhöhle herausgepresst werden, einklemmen und somit die Versorgung des Organanteils unterbrochen wird. Daher ist eine operative Versorgung meist notwendig, um dieses zu verhindern.

Alle Hernien, die bei uns versorgt werden, können per Bauchschnitt oder endoskopisch operiert werden. Bei der operativen Behandlung von Hernien hat sich der Einsatz von Kunststoffnetzen unter der Bauchdeckenmuskulatur durchgesetzt. Durch diese Technik können unsere Ärzte weitgehend verhindern, dass der Bruch zu einem späteren Zeitpunkt an gleicher Stelle wieder auftritt (Rezidiv).

Leistenhernie:

Das Operationsverfahren bei Leistenbrüchen stimmen wir individuell auf den Befund und das Alter unserer Patienten ab. Im Wesentlichen gibt es drei unterschiedliche Operationsverfahren:

Per Leistenschnitt – ohne Kunststoffnetz (Operation nach Shouldice)

Die netzfreie Operation kann bei kleinen Brüchen oder Patienten, die den Einsatz von Fremdmaterial (Kunststoffnetz) ablehnen, gewählt werden.

Per Leistenschnitt – mit Kunststoffnetz (Operation nach Lichtenstein)

Als Standardverfahren wird die geschwächte Bauchdecke durch ein Kunststoffnetz verstärkt. Dieses Verfahren können wir auch unter lokaler Betäubung durchführen.

Per Schlüsselloch – mit Kunststoffnetz (TAPP)

Alternativ zum Bauchschnitt kann das Kunststoffnetz auch mit der Schlüssellochtechnik (laparoskopisch) implantiert werden. Bei beidseitigen Leistenbrüchen wird dieses Verfahren bevorzugt. Wir verwenden leichtgewichtige Netze, die nur wenig Narbenbildung verursachen.

Unsere Ärzte

  • Chefarzt Chirurgie | Leiter EndoProthetikZentrum (EPZ) St. Vinzenz

  • Oberarzt Chirurgie